President's Blog #9
3. Juni: Satire am Radio?
Liebe Freisinnige
Ab und zu passiert es, dass mein iPod nicht mit dem Autoradio kommunizieren will. Dann höre ich DRS2, gut wegen den Jazz Sendungen am Abend. Und manchmal erwische ich per Zufall eine nette Sendung über irgendwas. Heute war es überdurchschnittlich Witzig. Eine prachts-Satire, mit dem Titel "Wenn weniger mehr wäre". Franziska Teuscher (Grüne), Karin Frick (Forschungsleiterin) und Urs P. Gasche (Publizist) haben alles gegeben!
Das Thema war Zeitgemäss; wir brauchen zuviel Rohstoffe, Energie, Essen usw, das Wirtschaftswachstum ist eigentlich böse und an allem Schuld ist die Gesellschaft.
Von Frau Teuscher wurden stakkatomässig neue Konzepte gefordert, das war lustig, fast jeder Satz hat entweder mit "Wir brauchen neue Konzepte" angefangen oder mit "dazu benötigen wir neue Konzepte" geendet. Frau Frick durfte aus Statistiken zitieren, welche dann sogleich durch Urs P. "Kassensturz" Gasche hinweggefegt wurden.
Dieser machte den Eindruck als ob er bei Flugmeilen zu kurz gekommen wäre, sein Mantra war die "mit-Swiss-für-700-Franken-nach-New-York Geschichte", ein auferstandenes Fliegen ist zu billig Relikt, leider etwas "vorbei". Vermischt wurde das ganze noch mit einer Prise SUV-sind-doof, Club-of-Rome-ist-toll und anderen Klischees.
Der grösste Komiker von allen aber war derjenige, der dieses bunte Grüppchen zusammengestellt hat. Der hat nämlich wichtige Teilnehmer vergessen:
- Eine Statistikerin oder Wissenschaftlerin die auch nur ansatzweise über ökonomische Zusammenhänge Bescheid weiss und diese auch vertreten kann
- Einen Journalisten/Publizisten der differenziert an ein Thema angeht und über das Klischee-herunterbeten Alter hinaus ist
- Eine Politikerin die an Konzepten und Möglichkeiten ARBEITET und nicht nur darauf wartet, dass dies andere machen. Oder die wenigstens eine ungefähre Vorstellung eines solchen "Konzeptes" hat.
...Unter dem Gesichtspunkt der Unterhaltung war die Sendung "voll abgefahren". Leider wurde statt konstruktiv Wissen und Erfahrung nur altes Geschwätz und Schaumschlägerei geboten, mit Urs P Gasches Höhepunkt "und wozu wir den Kapitalismus noch brauchen werden wir sehen".
Gebt mir bitte die Zeit des zuhörens zurück damit ich diese gegen Jazz eintauschen kann...
Liebe Freisinnige, auch in unserer Partei gibt es Schaumschläger und Vielschwätzer. Ich bin aber froh, dass diese eher die Ausnahme als die Regel sind. Mein Wunsch wäre nur, dass die vielen Freisinnigen, welche an BRAUCHBAREN Konzepten arbeiten, Air-Time am Radio/TV/Zeitung bekommen. Und diese auch nutzen können. Aus liebe zur Schweiz!





